Wenn Eltern psychisch krank sind

3. Dezember 2019
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Sozialpsychiatrische Beratungsstellen können nicht nur für Eltern mit psychischen Belastungen eine Hilfe sein. (Copyright: ESB Professional/Shutterstock)

Sie wirken unauffällig, doch auf ihren zarten Schultern lastet eine schwere Bürde: Kinder mit psychisch kranken Eltern brauchen ein engmaschiges soziales Netzwerk, um sich gesund zu entwickeln. Die „Frühen Hilfen“ unterstützen sie dabei.

Über eine halbe Million Säuglinge und Kleinkinder wachsen mit mindestens einem psychisch kranken Elternteil auf. Meistens wirken die Kinder nach außen ausgeglichen und normal. Doch bei näherer Betrachtung zeigen sie teils erhebliche Entwicklungsdefizite. Hinzu kommt ein 2,4- bis 6-fach erhöhtes Risiko für Abhängigkeitserkrankungen.

„Frühe Hilfen“ unterstützen psychisch kranke Eltern

Seit 2007 stehen den betroffenen Kindern die „Frühen Hilfen“ zur Seite. Das Gemeinschaftsprojekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und dem Deutschen Jugendinstitut e. V. widmet sich vor allem Säuglingen und Kleinkindern unter belastenden Lebensumständen. Ziel der „Frühen Hilfen“ ist es, die gefährdeten Familien so früh wie möglich zu erkennen und zu unterstützen. Unter anderem klären sie werdende Eltern zur Kindesentwicklung auf, ermutigen zum Besuch der Vorsorgeuntersuchungen und informieren zu Hilfsangeboten.

Präventionsgesetz als Meilenstein

Das Gemeinschaftsprojekt will den betroffenen Familien ein starkes Netzwerk aufbauen, das sie im Ernstfall auffängt. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist das Präventionsgesetz. Seit seinem Inkrafttreten im Juni 2015 achten Kinderärzte bei den Vorsorgeuntersuchungen verstärkt auf Risiken und Belastungen innerhalb der Familien. Im Bedarfsfall vermitteln sie Hilfsangebote in der Nähe.

Das Netzwerk muss weiterwachsen

Doch die „Frühen Hilfen“ brauchen Hilfe. Denn bei der Betreuung psychisch kranker Eltern und ihrer Kinder stoßen auch sie an ihre Grenzen. Unterstützung erhoffen sie sich vor allem vom Öffentlichen Gesundheitsdienst mit seinem psycho-sozialen Diensten.

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Author: Susanne Schmid


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