Lücke bei Versandapotheken

24. Mai 2021
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Traditionelle Apotheken liefern im Gegensatz zum Versanhandel seriöse Beratung und schnelle Verfügbarkeit der Medikamente. (Copyright: Juice Images Ltd/Shutterstock)

Was wäre, wenn die Medizin nur noch aus dem Internet käme? Vermutlich entstünde eine Versorgungslücke, denn viele wichtige Medikamente sind für den Versandhandel ungeeignet.

Viele Kunden schätzen die Internetapotheke wegen der unkomplizierten, anonymen Verkaufsabwicklung. Doch manchmal  erfordert der Arzneimittelkauf vorab ein intensives Beratungsgespräch. Laut Gesetz sind alle Medikamente vom Versandhandel ausgeschlossen, für deren sichere Anwendung Informationen nötig sind. Namentlich verboten ist der Versand thalidomid-haltiger Medikamente, die beispielsweise gegen Leukämie zum Einsatz kommen. Auch die „Pille danach“ ist wegen des hohen Beratungsbedarfs nur vor Ort in der Apotheke erhältlich.

Traditionelle Apotheken liefern rechtzeitig

Im Regelfall haben traditionelle Apotheken jedes gewünschte Medikament innerhalb von zwei Stunden verfügbar. Wer sich Wege sparen möchte, bestellt seine Arznei telefonisch vor oder lässt sich fehlende Medikamente abends per Bote bringen. Versandapotheken liefern frühestens nach 24 Stunden. Für die sachgerechte Einnahme von Antibiotika ist dieser Zeitabstand bereits zu groß. Deshalb rät das Gesundheitsministerium in seiner Bekanntmachung vom März 2004 ausdrücklich davon ab, die antibakteriellen Medikamente über das Internet zu erwerben. 

Sachgerechter Vertrieb durch Präsenzapotheke

Apotheken beziehen ihre Ware von professionellen Arzneimittelgroßhändlern, die großen Wert auf einen sachgerechten Transport bei geeigneten Temperaturen legen. Diese Maßnahme ist vor allem bei flüssigen und kühlpflichtigen Arzneimitteln unabdingbar. Daher rät das Bundesgesundheitsministerium, flüssige Zytostatika sowie Insuline und Impfstoffe nur vor Ort in der Apotheke zu kaufen. Auch radioaktive Medikamente, Arznei mit kurzen Haltbarkeitsdaten sowie dokumentationspflichtige, starke Schmerzmittel sollten laut Ministerium nicht aus dem Internet kommen.

Author: Susanne Schmid/ABDA


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